Kräuter

 "Gesundheit aus der Apotheke Gottes" - ein einfach zu verstehendes Kräuterbuch. Übersichtlich und immer auf den Punkt gebracht. Für den täglichen Gebrauch.

Eine Übersicht über die Veröffentlichungen MARIA TREBENS gibt es beim Ennstaler Verlag. (Hier gibt es auch interessante Veröffentlichungen zu Viktor Schauberger.

Maria Treben, geborene Günzel, wurde am 27. September 1907 in Saaz im ehemaligen Sudetengau, als mittlere von drei Schwestern geboren. Ihr Vater besaß eine Buchdruckerei, die Mutter war Hausfrau. Im Alter von 10 Jahren verlor sie ihren Vater bei einem tragischen Unfall. Zwei Jahre später siedelte die Mutter mit den drei Töchtern nach Prag über. Maria Treben besuchte das Lyzeum und fand nach Abschluss in der Redaktion des "Prager Tagesblattes" eine Anstellung.

Ihr Beruf füllte sie vollends aus, nebenbei arbeitete sie auch für Max Brod (Verleger von Franz Kafka). Nach 14 Berufsjahren heiratete sie den Ingenieur Ernst Gottfried Treben und blieb bis an ihr Lebensende Hausfrau. Da ihr Mann ein Böhmerwälder war, zog das junge Paar nach Kaplitz in sein Elternhaus. Einige Jahre später erblickte der einzige Sohn Kurt Dieter das Licht der Welt. Ende 1945 wurde die Familie Treben ausgesiedelt. Ernst Treben wurde inhaftiert. Seine Frau verbrachte mit dem kleinen Sohn die nächsten zwei Jahre in mehreren Lagern. Als die Trebens wiedervereint wurden, fanden sie in Österreich ein neues Zuhause. Ein paar Jahre lebten sie in Mühlviertel (Oberösterreich), bis sie sich 1951 in Grieskirchen niederließen. In Grießkirchen baute die Familie ein Haus, in dem Ernst und Maria Treben gemeinsam ihren Lebensabend verbrachten.


Schwedenbitter - "Zauber"trank für ein langes Leben?

 

Über Schwedenkräuter oder Schwedenbitter hat fast jeder schon einmal gehört. Spätestens, wenn wir Eltern oder Großeltern befragen, können diese sich an das Kräuterelixier erinnern. Unzählige Rezepturen und Informationen sind über die Schwedenkräuter im Umlauf. Wir werden uns hier auf das "Original" des schwedischen Medizinaldirektors Dr. Klaus Samst beziehen. In den 1950er Jahren war Schwedenbitter in Deutschland unter dem Namen "Crancampo" erhältlich.

In unserer sogenannten "modernen" (industrialisierten) Ernährung kommen Bitterstoffe kaum noch vor. Dabei zählen Bitterstoffe zu den Hauptgeschmacksrichtungen. Allgemein werden sie als unangenehm empfunden, und so werden die gängigen Nahrungsmittel heute schon bitterfrei gezüchtet. Es käme wohl kaum einer auf den Gedanken - wie vor Jahrhunderten - , die Wurzeln der Engelwurz (Angelica) heute als Gemüse zu essen. Der Schwedenbitter kann die großen Defizite an bitteren Substanzen in unserer Ernährung ersetzen und wirkt zudem als Aufbau- und Stärkungsmittel.

Eine Zusammenfassung der wesentlichen Funktionen der Bitterstoffe:

  1. Bitterstoffe regen die gesamte Verdauungstätigkeit spürbar an. Die Magen-Darm-Bewegungen werden gesteigert, die Magenentleerung wird beschleunigt. Somit setzt das Sättigungsgefühl früher ein.
  2. Bitterstoffe stimulieren die Ausschüttung von Verdauungssäften (Galle, Leber, Bauchspeicheldrüse), verbessern so die Verdauung von Eiweißen, Kohlenhydraten und Fetten. Gärungs- und Fäulnisprozesse im Darm werden gehemmt und Blähungen vermindert.
  3. Die Aufnahme der Vitamine B 12, der wasserlöslichen Vitamine A, D, E, und K und von Eisen aus dem Verdauungstrakt wird gefördert.
  4. Bitterstoffe regen die Basenbildung im Körper an und wirken somit einer Übersäuerung des Körpers entgegen.

Das Thema Bitterstoffe ist nicht neu: Schon vor 5000 Jahren hört man im Ayurveda (Wissen vom Leben) von bitteren Kräutern. Hildegard von Bingen hat vor allem folgende bitterstoffhaltigen Kräuter in ihrer Medizin eingesetzt: Beifuß, Bittersüß, Bockshornklee, Engelwurz, Galgant, Gelber Enzian, Ingwer, Mariendistel, Schafgarbe, Tausendgüldenkraut, Wermut und Zittwer. Auch bei Hippokrates und Paracelsus standen die bitteren Kräuterelixiere in hohem Ansehen.
Den uns bekannten Quellen zufolge bekamen die "Schwedenkräuter" vom schwedischen Rektor der Medizin, Dr. Klaus Samst (eine Quelle sagt, er hiesse Dr. Yernest ...), ihren Namen, der zusammen mit seinem Bruder ein großer Anhänger von Paracelsus (11.11.1493 - 24.9.1541 - Arzt, Pharmazeut, Naturforscher, Alchemist, Astrologe, Philosoph, Theologe, Rebell) war. Dem das Rezept vielleicht zugeschrieben werden kann. Der es möglicherweise von den Ägyptern kopiert hat.
Die Rezeptur wurde von Dr. Samst im 18. Jahrhundert "durch eine alte Familientradition" wiederentdeckt. Dr. Samst starb übrigens bei einem Reitunfall im Alter von 104 Jahren. Man sagt, sein Vater sei 107, seine Mutter 112 Jahre alt geworden. Wie dem auch sei ...

Bekannt über alle Grenzen hinaus wurde der Schwedenbitter ab den 1980er Jahren von Maria Treben in ihrem Buch "Gesundheit aus der Apotheke Gottes" . Sie veröffentlichte die Rezeptur, die Anwendungsmöglichkeiten aus ihrer und anderer Erfahrung sowie die " Alte Handschrift" (Abschrift von der Heilkraft der Schwedenkräuter). Das Rezept:

10 g Aloe ¹
5 g Myrrhe
0,2 g Safran
10 g Sennesblätter
10 g Kampfer ²
10 g Rhabarberwurzel
10 g Zittwer-Wurzel
10 g Manna
10 g Theriak venezian  
5 g Eberwurzel
10 g Angelikawurzel

¹ Statt Aloe kann auch Enzianwurzel oder Wermutpulver verwendet werden.
² Bei Kampfer darf nur Naturkampfer genommen werden.


 (Diese Kräutermischung ist am günstigsten in der Apotheke (ca. 7 €) erhältlich. Auf der Packung steht "Bitterer Schwedentropfen nach Maria Treben". Im EDV-System wird der Angestellte jedoch meist nur unter "Bittere Schwedenkräutermischung nach Maria Treben" fündig. Die Originalpackung und -beschreibung gibt es auch bei www.maria-treben.com. Der Preis ist dort höher, hinzu kommen Versandkosten. So auch bei www.ihrlich.de

Die Schwedenkräuter setzt man mit 2 Flaschen (á 0,7 l) 38- bis 40%igem Kornbranntwein oder anderem Obstbranntwein in einem breithalsigen 2-Liter-Gefäß an und lässt sie 14 Tage in der Sonne oder in Herdnähe stehen. Täglich wird geschüttelt, ebenso vor dem Abseihen in eine kleine Flasche. Die andere Menge kann unbegrenzt auf den Kräutern verbleiben. Man füllt die Flüssigkeit in kleine Flaschen, die man gut verschließt und kühl aufbewahrt. So kann sich dieses Elixier viele Jahre erhalten. Je länger es steht, desto wirksamer.

Anwendungsarten:

Innerlich: Prophylaktisch nimmt nach Angabe der Angabe der "Alten Handschrift" morgens und abends einen Teelöffel verdünnt¹. Bei Unpässlichkeiten jeder Art können 3 Teelöffel verdünnt eingenommen werden. Bei bösartigen Erkrankungen sind 2 bis 3 Eßlöffel täglich wie folgt einzunehmen: Je 1 Eßlöffel trinkt man verdünnt mit 1/8 Liter Kräutertee verteilt auf eine halbe Stunde vor und eine halbe Stunde nach jeder Mahlzeit.
¹ in Kräutertee oder (warmem) Wasser - gerne auch in Grünem Tee

Schwedenkräuter Umschlag: Je nach Stelle nimmt man ein kleineres oder größeres Stück Watte oder Zellstoff, befeuchtet es mit Schwedenbitter und legt auf die zu behandelnde Stelle, die man vorher mit Schweinefett oder Ringelblumensalbe eingerieben hat. Darüber kommt eine etwas größere Plastikhaut, damit die Wäsche nicht fleckig wird. Dann erst bindet man ein Tuch darüber oder umwickelt mit einer Binde.
Den Umschlag lässt man je nach Erkrankung zwei bis vier Stunden einwirken. Wenn es der Patient verträgt, kann man den Umschlag auch über Nacht lassen. Nach Abnehmen des Umschlages pudert man die Haut ein. Sollten sich bei empfindlichen Personen trotzdem Hautreizungen einstellen, muß man die Umschläge kürzer anwenden. Personen, die allergisch sind, sollen die Plastikhaut weglassen und nur ein Tuch darüber binden. Auf keinen Fall darf man das Eincremen der Haut vergessen! Sollte schon ein juckender Ausschlag aufgetreten sein, eventuell mit Ringelblumensalbe behandeln.

Die von Maria Treben erwähnte Ringelblumensalbe basiert auf Butter- oder Schweineschmalz. Inwieweit kommerziell vertriebene Salben Inhaltsstoffe beinhalten, die eine sogenannte Allergie begünstigen könnten, kann nicht gesagt werden.